Vorstellung

    • Hallo,
      ich bin 19 Jahre alt und meine Mutter hat vor zwei Wochen die Diagnose bekommen von zwei Hirntumoren. Sie hatte jetzt auch schon eine OP, wo beide entfernt wurden. Leider hat sie ein Glioblastom Grad 4, was bedeutet, dass die Krebszellen immer noch da sind. Sie kriegt ab nächster Woche Chemotherapie und Bestrahlung für erstmal 6 Monate. Die Lebenserwartung ist nicht gerade gut und die Diagnose und OP kommt sehr plötzlich, da sie immer eine sehr fitte und gesunde eigenständige Frau war. Ich wohne noch Zuhause und habe momentan am meisten mit ihr zu tun, ich habe sie auch ins Krankenhaus gebracht, war bei der Diagnose dabei etc. Leider habe ich keine Ahnung wie man am Besten mit ihr umgehen soll. Die Tumoren waren zum Glück nur am Sprachzentrum, weswegen sie jedoch nichtmehr wirklich reden kann. Außerdem ist ihr Kurzzeitgedächtnis auch etwas betroffen und sie sagt oft einfach falsche Dinge. Meine Mutter hat immer alles im Griff gehabt und es ist sehr ungewohnt für mich, dass ich ihr jetzt helfen muss. Mein Vater ist jeden Tag arbeiten und braucht momentan auch Zeit zur Verarbeitung.. Meine Mutter blockiert leider auch z.B. ihre Eltern und ist ziemlich wütend und verzweifelt. Ich habe ihr z.B. ein Buch gekauft weil sie gerne liest und sie hat es im Krankenhaus weggeworfen und hat mir das auch eiskalt ins Gesicht gesagt. Sie isst kaum noch was und hat kaum noch Spaß an irgendwelchen Dingen wie zb basteln was sie früher auch gerne gemacht hat.
      Ich hoffe ich habe jetzt nicht zuviel geschrieben, aber ich dachte dann versteht ihr meine Problematik eher :)
      Liebe Grüße an alle da draußen und viel Kraft für jeden!
    • Herzlich willkommen im Forum. Es ist schwer, wenn ein Elternteil krank wird und vor allem, wenn man für das Elternteil die Verantwortung übernimmt, vor allem wenn man noch so jung ist, wie du. Als meine Mutter an Darmkrebs erkrankte, kam es mir vor als habe sich die Rolle Mutter und Kind vertauscht, was manchmal sehr komisch für mich war und ich war da schon über 40 Jahre alt. Wie seltsam wird dass dann für dich sein. Und dass dein Vater sich zurück zieht, ist für dich auch nicht sehr hilfreich. Am besten würdest du mit ihm reden und ihm deine Situation klar machen. Ich denke er ist so auf sich fixirt, dass er dich sonst nicht sieht.
      Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft.
      Fühl dich ganz fest gedrückt.
      Liebe Grüße
      Barbara
    • Willkommen in unserem traurigen Forum. Vielleicht hilft Dir der eine oder andere Gedanke.
      Die Zeit der Operationen und Chemotherapien ist oft von großen Stimmungsschwankungen geprägt.
      Besuche und familiäre Unterstützung sind aber trotzdem unendlich wichtig.
      So jung und dennoch für die Mutter da - das alleine zählt und gibt Hoffnung!
      Alle tagesformabhängigen Überschwingern solltest Du versuchen ausblenden.
      In Eurem inneren Ausnahmezustand muss doch erst ein bewusster Umgang mit der Krankheit und all der dahinterstehenden Angst erlernt werden.
      Was machbar ist, wann und womit man hilft, ergibt sich einfach später.
      Ganz viel Kraft, Willen und Liebe!
      Kay