Harte zwei Jahre

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    • Harte zwei Jahre

      Hallo zusammen.
      Letztes Jahr habe ich mich hier angemeldet und wollte über meinen Vater schreiben. Der hatte copd und lungenkrebs im Endstadium.
      Er hatte den Kampf im März 2018 verloren.
      Meine Mom war so fertig. Ich half ihr, wo ich konnte.
      Nach drei Monaten hatte meine Mutter sehr viel abgenommen. Erst dachte ich, es liegt an den Verlust, den wir immer noch kaum glaubten. Doch wo sie soviel hustet und sie schnell aus der puste war, habe ich sie gebeten zum Arzt zu gehen.
      Abends waren die Ergebnisse da.
      Ich muss mit dir reden, waren ihre Worte...
      Ich habe auch lungenkrebs.
      Wie ein Film lief es vor meinen Augen ab, wie es mit meinen Vater war.
      Ich war geschockt...
      Ein fieser Weg, der mir bevor bestand....
      Viele chemos... Viele Nebenwirkungen...
      Eines Tages konnte sie nicht mehr laufen.
      Diagnose Leistenbruch.... OP... Ich ahnte, dass es noch etwas anderes ist... Hat der Krebs gestreut und dadurch den bruch verursacht?!
      Sie ging am Rollator und von Tag zu Tag wurde es schlimmer.
      Ich fuhr sie ins Krankenhaus. Wieder Untersuchungen und Diagnose, Knochen Metastasen....
      Ich dachte echt, ich bin im falschen Film. Genau wie bei meinem Vater.
      Jetzt wusste ich, dass es keine Heilung mehr gab. Ich war jeden Tag im kh um bei ihr zu sein.
      Da war sie bei T4N3M1
      Sie hatte so eine Willenskraft, die mir zu viel wurde. Schließlich wusste ich wo es enden wird.
      Mama wollte nicht aufhören zu kämpfen und entschied sich für die strahlentherapie.
      Ich war eigentlich dagegen, weil die chemo schon nichts brachte und warum noch mehr quälen? Gesagt habe ich ihr es nicht.
      Sie würde immer schwächer. Mittlerweile an den Rollstuhl gebunden. Alleine aufstehen schon nicht mehr möglich.
      Vollgepumpt mit Medikamenten.
      Ich sprach mit dem Arzt. Ich wollte die Wahrheit wissen. Er sagte mir, dass die Knochen vollkommen schon zerfressen sind. Besonders die Wirbelsäule.
      Und nicht genug, Mom wollte noch eine OP obwohl ihr davon abgeraten wurde. Sie dachte, die können Ihre Wirbelsäule stützen.
      Könnten ihr aber das nicht sagen, erst wenn sie das auf machen. 15stunden warten.
      Sie wachte auf.
      Sie war viel verklammert am Rücken. Vierzehn Tage blieben die drinne. Sie wollte die unbedingt raus haben. Ihr Wunsch wurde erfüllt.
      Was ich da sah, war erschreckend. Mit jeder klammer die entfernt wurde, dachte ich, sie fällt zusammen.
      Sie wurde noch mehr mit Medikamenten versorgt, sodass sie nichts mehr mitkriegte.
      Zwei Tage später kam der Anruf aus dem Krankenhaus. Sie war eingeschlafen....
      Jeden Tag war ich bei ihr, ließ mich beschimpfen, war immer besorgt um sie und dann wollte sie mich leider bei ihrem letzten Weg nicht dabei haben.
      Bis heute denke ich immer noch, es ist ein schlechter Traum. Zweimal das selbe durchlaufen....
      Ich habe sie sehr lieb und bin froh das sie erlöst worden ist, aber trotzdem hätte ich mir den letzten Weg anders vorgestellt
    • Hallo Weber,

      Es ist wirklich sehr traurig wie hart dich und deine Familie das Leben getroffen hat.
      Du hast meine tiefe Anteilnahme...

      Meine Mama liegt gerade im Hospiz und wartet auf ihre Erlösung..
      Sie hat tapfer 3 Chemos, Bestrahlung, OPs und Stoma op über sich ergehen lassen.. Alles ohne Erfolg und einen Leidensweg über fast 5 Jahre..
      Der Verfall der letzten Wochen ist schrecklich mitanzusehen..
      Wie kann ein Mensch so eine Qual ertragen..
      Warum tut die Medizin den Menschen sowas an solange zu leiden?

      Jetzt im Hospiz habe ich das erste Mal das Gefühl das jemand Anteil nimmt und es nur um SIE geht..!

      Ich wünsche dir alle Kraft der Welt das zu verarbeiten und irgendwann wieder ein „ normales „ Leben führen zu können....