Hallo, ich bin Emily, 46 Jahre und komme aus NRW.
Ich bin geschockt. Nach einer wahren Odyssee an Untersuchungen steht nun die Diagnose fest.
Gallengangskarzinom bei dem Menschen, der mir neben meinem Kind am meisten am Herzen liegt. Bei meiner engsten Bezugsperson, mit der ich bereits seit über 10 Jahren zusammen lebe. Ich möchte abwechselnd schreien, weinen und dann einfach nur verdrängen und hoffen, daß alles nur ein böser Traum war, aus dem ich einfach nur aufwachen muß. Aber
Ich kann nicht schlafen und vor allem nicht begreifen, wie ein Mensch, der mir so vertraut ist und zugleich so viel bedeutet, auf einmal nicht mehr da sein könnte. Wir haben maximal 1 Monat, damit er mindestens 5 kg zunimmt. Sonst kann er nicht operiert werden. Der Arzt meinte, daß er ihm sonst schon auf dem Optisch stirbt. Okay sehen wir ein, er ist ja auch nur noch Haut und Knochen. Trotzdem, wird er nicht operiert, dann geht es nur noch Palliativ.
Na wenn das mal kein Druck ist. Vorhin waren wir dann zusammen beim Ernährungsberater. Was man da jetzt alles kaufen muß ist der Wahnsinn. MCP Öl, Collagenpulver, Whey Hydrosylat, Spezialnudeln und im Allgemeinen viel teure Ernährung. Natürlich haben wir das gemacht, denn welche Wahl bleibt? Für mich persönlich ist das alles extrem traumatisch. Denn vor ein paar Jahren habe ich schon einmal jemanden an den Tod verloren, der mir ebenfalls lieb und teuer war. Danach bekomme ich ein schwer herzkrankes Kind, was nur durch zwei Herzops und eine davon an der Herzlungenmaschine, noch am Leben ist. Diese Ängste, diese Krankenhausaufenthalte, sie brachten mich ans Limit. Aber mein Kind, wenn auch mit schwerer geistiger Behinderung und pflegebedürftig, lebt. Auf all das jetzt noch die Angst, um meinen Vertrauten. Meinen engsten und besten Freund. Um den Menschen, mit dem ich bereits seit über 10 Jahren zusammen lebe und den mein Kind, wie eine Vaterfigur sieht (als WG). Ich bin Alleinerziehend, pflege jetzt ein Kleinkind und meinen besten Freund. Es soll ja keine Langeweile aufkommen. Sorry, aber manchmal bleibt mir nur noch der Kellerhumor. Wie sang Grönemeyer: “Lache wenns nicht zum weinen reicht?” Nee ich habe eher Angst, daß ich nicht mehr aufhören kann zu weinen, wenn ich erst mal damit anfange.
Ich bin hier, weil ich den Austausch suche. Menschen, die verstehen. Das Gefühl nicht allein damit zu sein.