Ich muss mir das mal von der Seele schreiben

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    • Ich muss mir das mal von der Seele schreiben

      Hallo und vielen Dank dass ich hier sein darf.
      Ich bin 60 Jahre alt und seit 40 Jahren verheiratet. Nun wird mein Mann mich in kurzer Zeit für immer verlassen. Er leidet zum 2. X an einem Malignem Melanom. Die 1.OP, vor 5 Jahren ist gut verlaufen, alles ok bei der letzten Untersuchung im Nov. 18. Anfang April 19 begann das Unglück. Er verheimlichte seine Situation mir gegenüber. Dazu muss ich sagen dass ich als Dauernachtwache arbeite. Wenn ich morgens gegen 7.00 vom Dienst kam, war mein Mann schon angezogen, hab mir nichts dabei gedacht. In meinen Freiwochen ging er später als ich zu Bett. Kurz und gut ich sah meinen Mann von Anfang April bis Ende Juni nicht mehr ohne recht lockere Oberbekleidung. Einmal hat er sich vergriffen und ein engeres T-Shirt
      angezogen, darunter zeichnete sich eine faustgroße Beule ab. Als ich ihn darauf ansprach, drehte er wortlos ab und ging aus dem Haus. Abends verlangte ich ich dass ich mir das mal ansehe, er bockte, aber ich ließ nicht nach. Was ich sah verschlug mir erstmal den Atem. Ein fausgroßer ulcerierender Tumor neben der Achselhöhle!!
      Am nächten Tag fuhr ich mit ihm in das Notfallzentrum der Uniklinik.
      Nach 4 Tagen wurde eine Biopsie gemacht. Ergebnis kam nach 10 Tagen : bösartig! Der Krebs war zurück!!!
      Am 11.7 wurde er stationär aufgenommen am 22.7 sollte die OP sein. Diese konnte nicht stattfanden da er plötzlich massives Vorhofflimmern mit Arrhytmie und Tachycardie entwickelte. 2 Wochen verbrachte er auf der Kardiologie. Schlussendlich wurde ihm ein 4,2 kg schwerer Tumor entnommen. Wie froh waren wir dass keine Gefäße und keine Nerven in mit Leidenschaft gezogen waren. Wir schöpften Hoffnung. Die ist nun zerstört, es zeigte sich dass dieser Tumor so aggressiv ist dass er sich weiter ausbreitete. Metastasen im Oberarm, im Brustbereich und wahrscheinlich auch in der Lunge.
      Er hat innerhalb von 2 Wochen total abgebaut, ist nicht in der Lage auf der Bettkante zu sitzen geschweige denn zu laufen, er ist total verschleimt , desorientiert, leidet unter Aphasie....
      Zeitweise hat er Halluzinationen. Schmermitteltechnjsch ist er abgedeckt. Die Immuntherapie soll nun, aufgrund seines geschwächten Zustands, nicht mehr durchgeführt werden. Er wird in absehbarer Zeit auf die Palliativststion verlegt. Ich selbst bin nun seit 6 Wochen krankgeschrieben, und, seit heute in psychologisch psychotherapeutische Behandlung.
      Danke dass ich mir hier mal alles von der Seele schreiben durfte <3 . Ich weiß nicht wie es weitergehen soll :heul
    • Hallo du,

      auch wenn es wahrlich kein schöner Anlass ist, möchte ich dich doch hier herzlich willkommen heißen.

      Es tut mir so unsagbar leid, dass ihr so eine schlimme Zeit durchmachen müsst. Gut, dass du dir psychologischen Beistand holst. Das ist total wichtig, wie ich finde.

      Als meine Mutter zum wiederholten Male an Krebs erkrankte, hat sie das auch lange Zeit verheimlicht. Ich denke, sie wollte es einfach nicht wahrhaben und hat alles getan, damit wir es nicht merkten. Es war eine schlimme Zeit damals.

      Zum Glück ist das bei meinem Mann jetzt anders. Er hat Prostatakrebs und geht ganz offensiv mit seiner Krankheit um. Das ist für mich eine große Erleichterung.

      Ich schicke dir eine Umarmung und viele Grüße.

      Kerstin
    • Vielen lieben Dank für deine Worte Kerstin. Ja es war, und ist noch, verdammt schwer. Ich war so wütend auf ihn... ( bin es wohl immer noch). Wenn er nur früher was gesagt hätte...
      Aber alles hätte wenn und aber, hilft nicht, da müssen wir jetzt durch. Irgendwie werden wir es schaffen.. Unser Sohn lebt mit seiner Familie in England und ist auf den Wunsch meines Mannes nochmal für ein paar Tage gekommen. Seitdem hat sich der psychische Zustand sehr gebessert. Ich bin so froh.
      Dicke Umarmung auch für dich
      Birgit
    • Hallo Birgit,

      ja, hätte, hätte... Das kenne ich auch nur zu gut. Es ist wie es ist und wir müssen das Beste daraus machen. Wenn das nur so einfach wäre...

      Mein Mann geht so mutig und offensiv mit seiner Krankheit um, dass ich mich oft schäme, weil ich immer wieder Panikattacken habe. Er wird Ende des Monats in Berlin operiert. Er sagt, er habe keine Angst. Und ich schlottere jetzt schon ;(

      Schön, dass euer Sohn bei euch sein kann. Sowas hilft immer ungemein. Unsere Tochter lebt mit ihrem Freund in Berlin. Ich wohne bei ihnen, wenn mein Mann in der Charite´ operiert wird. Ich bin sehr froh, dass wir alle zusammen sein können in der Zeit.

      Liebe Grüße für dich, verliere nicht den Mut. :troest

      Kerstin
    • Hallo Laesoefan,

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      Liebe Grüße
      Ursula
    • Hallo Ursula,
      Vielen Dank für deinen Hinweis!
      Ich heiße Birgit bin 60 - fast 61 Jahre - alt und seit 40 Jahren verheiratet. Wir haben einen Sohn, eine tolle Schwiegertochter und 4 Enkelsöhne im Alter von 4,3, und die Zwillinge werden bald 1 Jahr. Leider wohnen sie in England und wir im schönen Rheinland in der Nähe von Bonn.
    • Hallo Birgit,

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      Liebe Grüße
      Ursula
    • Liebe Ursula, ich finde zwar die Rubrik "geschützter Bereich" aber wie kann ich dort schreiben? Lesen kann ich die Berichte der anderen Mitglieder.
      Es ist hier, meiner Meinung nach, reichlich kompliziert sich zurecht zufinden. Oder aber ich bin so mit den Nerven runter dass ich es nicht verstehe. Bitte hilf mir nochmal.
      Danke
      Birgit