Beiträge von Arielle

    Kein schlechtes Gewissen haben! Ich bin nach der Diagnose meines Mannes brav weiter arbeiten gegangen, habe unsere Tiere versorgt + bin abends wie tot ins Bett gefallen. Und dann ist er nur 6 Wochen nach der Diagnose gestorben, 2 Wochen vor meinem Urlaub, wo wir endlich Zeit füreinander gehabt hätten. Wir konnten nie über das sprechen, was kommen könnte. Ich hätte ihm noch so viel sagen wollen, wo abends keine Gelegenheit mehr war. Nutze die Zeit füreinander, sie kann so schnell vorbei sein. Ich wünsche Euch noch lange Zeit miteinander, aber das weiß eben niemand.

    Herzlich willkommen. Heute vor einem Jahr hat mein Mann dieselbe Diagnose bekommen, am 15.7. ist er bereits gestorben. Ebenfalls sechs Wochen nach der Diagnose. Für ihn eine Gnade, für uns Zurückbleibende eine Katastrophe. Wir konnten uns auf das Unabwendbare gar nicht vorbereiten.

    Das kann man so nie sagen. Mein Mann hat erst Ende Mai 2017 erfahren, dass er Krebs hat. Am 15.7. ist er bereits gestorben. Der Kommentar des Arztes war: Deutsche Eiche halten vieles aus. Und seine Prognose war 1 Jahr, eventuell länger. Es waren nur 6 Wochen!


    Wir alle haben gemerkt, dass etwas nicht stimmte, aber damit haben wir nicht gerechnet. Bis zur Chemo ist er gar nicht mehr gekommen.
    Deshalb keine Prognosen anhören, nehmt jeden Tag, wie er kommt und genießt ihn.

    Mein Opa wurde damals mit über 80 an Magenkrebs operiert und hat es auch gut überstanden. Leider wurde er innerhalb eines halben Jahres danach dement, laut Aussage der Ärzte eine Komplikation, die bei so alten Patienten nach langen OPs wohl öfter auftritt.
    In einer solchen Situation muss man das Für und Wider sehr genau abwägen.
    Was sagt denn Dein Vater, was er möchte?

    Dann weine Dich aus! Und versuche nicht immer die Starke zu sein. Ich weiß, das ist schwer, weil man glaubt, dass das von einem erwartet wird, aber Du tust Dir damit nicht gut. Ich spreche aus Erfahrung. Es dankt Dir keiner, wenn Du dann auch noch zusammen brichst. Versuche Dir auch mal Freiräume zu schaffen.
    Und glaubs mir, diese Gedanken hatten andere auch schon. Ich denke, dass ist menschlich.


    Und falls das Undenkbare dann doch eintreten sollte, wirst Du Deine Kraft brauchen, für Dich und Deinen Sohn.

    Ja, bei meinem Mann. Er hat vier Wochen nach seiner Nierenkrebs-Op plötzlich über starke Kreislaufprobleme geklagt. Blutdruck 70/50. Erst als er Blut gespuckt hat, sind die Ärzte auf die Idee von Magenblutungen gekommen. Danach 3 Magenspiegelungen mit mindestens 3 Bluttransfusionen, Blutung wurde mittels eines Klipps gestoppt. Was der Grund für die Blutung war, konnte keiner sagen. Von da an hat er täglich abgebaut und ist 5 Tage später leider verstorben. Er war erst 62. Offensichtlich ist für einen geschwächten Körper die Zufuhr fremden Blutes doch sehr belastend. Tut mir leid, dass ich keine positiveren Erfahrungen mitteilen kann

    Ich denke schon, dass Du Dich schon mal mit dem Gedanken auseinander setzen solltest. Allein deshalb, damit Du nicht in ein totales Loch fällst, sollte es so sein. 15 Kilo in einem Monat ist einfach eine Tatsache, die man nicht verleumden kann.


    Ich weiß, es ist nicht sehr ermutigend, aber als ich in der gleichen Situation gewesen bin, habe ich diese Gedanken einfach verdrängt und dann ist mein Mann ganz schnell gestorben und ich wurde von der Situation und den vielen ungesagten Worten total aus der Bahn geworfen.


    Ich drücke Dir aber alle Daumen, dass es nicht so dramatisch ist wie es klingt.

    Zuerst einmal Hallo und es tut mir leid, dass Du aus diesen Gründen den Weg hierher gefunden hast.
    Du wirst viel Kraft brauchen in der nächsten Zeit und ich hoffe, Du hast jemand an Deiner Seite, der sie Dir geben wird.
    Und reibe Dich nicht nur für Deine Lieben auf, denke auch mal an Dich, sonst hast Du nicht die Stärke, die Du brauche wirst.

    Weißt Du, mein Mann hat das ähnlich gemacht. Er muss schon ewig gespürt haben, dass etwas nicht stimmt und hat mich nie eingebunden. Ich hab zwar auch gemerkt, dass was nicht stimmt und ihm immer gesagt, er soll mal zum Arzt gehen, aber er hat es immer ignoriert. Ende Mai 2017 hat er die Diagnose Nierenkrebs bekommen, ist zwei Wochen später operiert worden, war dann 2 Wochen zu Hause, musste dann ins Krankenhaus, weil die Blutwerte so schlecht waren und ist eine Woche später schon gestorben. Ich war nicht an seiner Seite, sein Tod kam wohl auch für die Ärzte ziemlich überraschend. Ich hoffe, dass er einfach eingeschlafen ist und mich nicht an seine Seite gewünscht hat in diesem Moment. 6 Wochen von der Diagnose bis zum Tod!
    Das ging alles so schnell, dass wir weder die Zeit hatten uns auf "nicht mehr heilbar" noch auf seinen eventuellen Tod vorzubereiten. Erst am Tag des 2. KH-Aufenthalts wurde uns die Diagnose Metasthasen gestellt.


    Solltest Du ihn erreichen, versuche ihm klar zu machen, dass es für Dich viel schlimmer ist, in so ein Loch gestoßen zu werden, als ihn an seiner Seite zu begleiten.
    Ich knabbere immer noch daran, dass wir diesen Weg nicht zusammen gegangen sind. Ich weiß, er wollte mich nur schützen, aber ich hatte so keine Chance, mich auf seinen Tod vorzubereiten.
    Und das ist viel schlimmer als einen geliebten Menschen auf seinem letzten Weg zu begleiten.

    Ich befürchte, da kann Dir niemand helfen.
    Auch wenn es jetzt hart klingt, aber wenn Du so wenig empatisch bist, musst Du Deine eigenen Konsequenzen ziehen.
    Wann man sich mit der Situation abfindet oder überhaupt, hängt von der einzelnen Person ab. Einem geliebten Menschen beim Sterben zuzuschauen, ohne ihm helfen zu können, bringt einen an den Rand dessen, was man ertragen kann. Und manche vielleicht auch darüber hinaus.
    Und glaub mir, nach dem Tod wird es nicht besser.


    Vielleicht bringst Du ihn ja dazu, freiwillig professionelle Hilfe zu suchen. Aber da gibt es lange Wartezeiten.
    Nur mit Druck wirst Du gar nichts erreichen.

    Liebe Legata!
    Ich weiß genau, wie Du Dich fühlst. Bei uns war es genau so. Wie oft habe ich gesagt, geh zum Arzt. Nie hatte er Zeit dazu. Heute denke ich, dass er Angst vor der Diagnose hatte, die ihn letztendlich eingeholt hat. Er hat uns die Zeit gestohlen, richtig Abschied zu nehmen und uns dafür eine lange, unbeschwerte Zeit geschenkt. Am Ergebnis hätte es letztendlich wahrscheinlich sowieso nichts geändert.
    Versuche ihm soviel gemeinsame Zeit zu schenken, wie möglich ist und verschwende sie nicht mit Vorwürfen. Die wird er sich sowieso selbst machen.